Führe zum Erfolg – mit “11 Principles of Success”

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Führe zum Erfolg – mit “11 Principles of Success”

Kurze Innovationszyklen, disruptive Entwicklungen, unübersichtliche Marksituationen, ein harscher Wettbewerb und hochdynamische Kundenerwartungen mögen das aktuelle Geschäftsfeld bestimmen – und für den oder die Entscheider kann sich das resultierende Handlungsfeld dabei wie ein schwer durchdringbares Chaos darstellen. Da kommt mir Napoleon in den Sinn, der gesagt haben soll, dass der Sieger auf dem Schlachtfeld derjenige ist, der am Besten das Chaos beherrscht – zunächst einmal das eigene und erst dann das seines Gegners. Damit bin ich in meiner militärischen Heimat.

Napoleon hat die Kriegführung erfolgreich revolutioniert – taktisch und strategisch; Clausewitz hat sie tiefgründig analysiert und strategische Implikationen als Denkprinzipien abgeleitet. Die zweite Revolution begann mit der „Industrialisierung der Kriegführung“ des 1. Weltkrieges. Darum geht es hier nicht, aber um seine Analyse. Sie wurde maßgeblich durch den britischen General J.F.C. Fuller geprägt, der u.a. nach den taktischen Erfolgsprinzipien der deutschen Landkriegführung suchte. Sein Ergebnis sind zehn „Principles of War“. Er hat sie in so allgemeingültiger Form verdichtet, dass sie noch heute Teil der „British Defence Doctrine” sind und auch im Ausland die Militärausbildung bestimmen. Damit endet hier der Exkurs in die militärische Welt.

Da diese Prinzipien aber mein eigenes Führungshandeln stark geprägt haben, stelle ich sie nun der zivilen Welt als „Principles of Success“ vor.  Sie sind keine Vorschrift, sondern Leitlinien für die Führung, die je nach Situation, nach politischem, kulturellem und juristischem Umfeld in unterschiedlicher Ausprägung zum Tragen kommen – um zum „Sieg“, also zum „Erfolg“ zu führen. Ich ergänze sie um ein weiteres Prinzip, dass seinen Ursprung in den U.S.A. hat.

Obwohl die beiden ersten Prinzipien eine gewisse übergeordnete Bedeutung haben, gibt es keine Dominanz oder Hierarchie unter den Prinzipien.

1.      Selection and Maintenance of the Aim
B
ei diesem Leitprinzip steht die eindeutige Zielidentifikation im Fokus: Was ist das klare und singuläre strategische Ziel? Was wollen wir eigentlich erreichen? Was ist damit der Kern aller Anstrengungen, der beharrlich im Auge behalten wird, trotz aller Widerstände und bei allen zu treffenden alternativen Vorgehensweisen? Gegenüber meinem Führungspersonal habe ich in diesem Zusammenhang auch das Postulat aufgestellt: Führungswillen entfalten und durchhalten!

2.      Maintenance of Morale
Es geht hier nicht um Compliance/ Moral und Ethik, sondern um „Morale“, also den Erhalt des Kampf- und Erfolgswillens, um Zuversicht und intrinsische Motivation – auch unter höchster Belastung. Damit wird die Führung der Mitarbeitenden in den Fokus gerückt, die mit guter Führung und ehrlicher Information „bei der Stange gehalten“ werden. Gegenseitiges Vertrauen und einsichtige Gefolgschaft sind Schlüssel zum Erfolg.

3.      Offensive Action
In einer Abwandlung firmiert dieses Prinzip auch unter dem Motto: „(Re-)Gaining and Maintaining the Initiative“. Also: Zur rechten Zeit mutig aus der Deckung kommen und das Heft des Handelns in die Hand nehmen statt es anderen zu überlassen. Es geht um zielgerichtetes, proaktives Handeln statt abwartendes Zögern und reaktives Taktieren. Dazu sind natürlich die nötigen Freiheitsgrade erforderlich, die in den nachstehenden Prinzipien reflektiert werden.

4.      Security
Bei diesem Prinzip geht es nicht um Absicherungsdenken, sondern um den umsichtigen Schutz des eigenen „Center of Gravity“, also den Schutz der eigenen Kraftquelle, die das Unternehmen nachhaltig speist, um die eigene Zukunft gestalten zu können.

5.      Surprise
Dieses Prinzip geht mit dem 3. Prinzip Hand in Hand. Es ist aber kein Selbstzweck, sondern findet dann Anwendung, wenn die Überraschung auch wirklich gelingen kann. Das Ausbrechen aus den seitens der Mitbewerber bekannten Verhaltensmustern sorgt so für Überraschung am Markt und bringt die Konkurrenz in den reaktiven Modus. Dadurch entsteht ein strategisches Momentum als zielführender Katalysator der angestrebten Entwicklung.

6.      Concentration of Force
Das Bündeln der Kräfte ist wahrlich kein alleinig militärisches Prinzip. Konzertierte Aktionen und die temporäre Konzentration aller Anstrengungen auf ein entscheidendes Zwischenziel („decisive point“) führen zu einer wirksamen Schwerpunktbildung statt einer Verzettelung in der Schwerfläche.

7.      Economy of Effort
Dieses Wirtschaftsgebot spricht selbst im Militär gegen das nutzlose Verschleudern der eigenen Kräfte. Die Verhältnismäßigkeit der Mittel und der umsichtige Umgang mit den Ressourcen sind unter allen Umständen die notwendigen Voraussetzungen für den nachhaltigen Erfolg.

8.      Flexibility
Das dogmatische Festhalten an einer einmal getroffenen Führungsentscheidung ist – insbesondere in einem volatilen Umfeld – unsinnig. Das eigentliche, strategische Ziel standhaft im Auge behaltend sind immer wieder neue Wege zum Ziel auszuloten, mit scharfsinniger Beobachtung des Umfeldes, Entschlussfreude und Anpassungsfähigkeit.

9.      Cooperation
Eigentlich wird mit diesem Prinzip eine Selbstverständlichkeit angesprochen. Sowohl die Zusammenarbeit mit Partnern als auch das Teamwork unter den eigenen Mitarbeitenden leiden immer wieder unter Egoismen, Eigenprofilierung und Abgrenzung. Gute Führung muss vorbildhaft dagegenhalten.

10.      Sustainability
Ein langer Atem, ausdauernde Kraft und auch strategische Geduld sind regelmäßig gefragt, wenn große strategische Ziele erreicht werden sollen. Daher muss für eine Kraftquelle gesorgt werden, aus der die nötigen Ressourcen regeneriert werden, um die Freiheit des Handelns zukunftsgerichtet zu erhalten.

11. Unity of Command and Unity of Effort
Im Kern geht es bei diesem amerikanischen Leitprinzip nicht um die Identifikation einer Führungspersönlichkeit, sondern um die Geschlossenheit der Entscheider als ein untrennbares „Command Team“, das verantwortlich handeln kann und will – in Richtung eines gemeinsamen Zieles. Gerade in Zeiten des Umbruchs, einer grundlegenden Transformation, gewinnt dieses Prinzip überragende Bedeutung, wie es John P.Potter in seinem Werk „Leading Change“ trefflich aufgezeigt hat.

Ergo:

  • Schaffe eindeutige Klarheit über das strategische Ziel.
  • Etabliere Unity of Command.
  • Erhalte den Team-Spirit der Crew.
  • Ergreife und behalte die Initiative.
  • Beachte die eigenen Ressourcen.
  • Schütze die eigene Kraftquelle.
  • Bleib flexibel in einem dynamischen Umfeld.
  • Verliere das strategisches Ziel nie aus dem Auge!

Wie wird dieser Ansatz praktisch umgesetzt?

Nun, im ersten Schritt ist eine strategische Lageanalyse mit Zielbildung erforderlich. Dabei stehe ich gerne beratend zur Seite!